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| Unterwegs auf historischen Pfaden
Wohl keine andere Sportart kann auf eine solch lange Geschichte zurück blicken wie der Marathonlauf, denn die Wurzeln unseres Lieblingssports reichen schon fast 2500 Jahre zurück. Für alle, die mit den historischen Gegebenheiten nicht so vertraut sind, hier noch einmal ein kurzer Rückblick auf die Ereignisse, die dem Marathonlauf, so wie wir ihn heute kennen zugrunde liegen. Im Jahr 490 v. Chr. standen sich der Legende nach bei der Ortschaft Marathon griechische und persische Truppen gegenüber und trotz der zahlenmäßigen Unterlegenheit waren es die Griechen, die die Schlacht zu ihren Gunsten entscheiden konnten. Um die Nachricht vom Sieg zu überbringen machte sich der Bote Pheidippides von Marathon aus zu Fuß auf den Weg nach Athen. Wie lange er für die rund 40 Kilometer gebraucht hat ist nicht überliefert, sicher ist hingegen der Ausgang des Rennens denn kurz nachdem er den entscheidenden Satz: "Wir haben gesiegt" gerufen hatte, raffte es ihn von dannen. Ob es wohl am fatalen Ausgang dieses Laufes lag, es folgte eine Pause von mehreren Jahrhunderten bis wieder von Marathon nach Athen gelaufen wurde. Erst der französische Baron Pierre de Coubertin griff 1896 die Idee auf, während der ersten olympischen Spiele der Neuzeit auf historischen Pfaden zu laufen. Der Rest ist Geschichte. Spiridon Louis war der erste Sieger, im Jahr 1908 wurde erstmals über die heute üblichen 42,195 km gelaufen und mit dem ersten Joggingboom in den 70er Jahren wurde der Marathon zum Massenphänomen. Megarennen mit 40.000 Teilnehmern und ein Weltrekord von 2:03:59 Stunden markieren den vorläufigen Endpunkt dieser Entwicklung.
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| Vor 2499 Jahren begann alles, 2010 ist großes Jubiläum | |||||||||
| Was wäre wenn? Und doch hätte alles auch ganz anders kommen können. Wenn seinerzeit beispielsweise die Perser gewonnen hätten. Wäre dann auch ein Bote nach Teheran gelaufen? Und würden wir es ihm heute mit ebensolcher Begeisterung gleichtun? Immerhin sind es doch ein paar Kilometer mehr Oder wenn nicht Spiridon Louis, sondern der damals zweitplatzierte Läufer als Sieger ins Athener Panathinaikon-Stadion eingelaufen wäre. Würde unsere Lieblings-Laufzeitschrift dann "Charilaos" heißen? Nach heutigem Regelwerk hätte Spiridon Louis gar nicht an den olympischen Spielen teilnehmen dürfen, hatte er doch beim Qualifikationsrennen der Griechen nur den fünften Platz belegt. Die Vorbereitung Auf der Suche nach immer neuen Lauf-Reisezielen war Athen mit dieser beeindruckenden Tradition für mich natürlich ziemlich reizvoll. Allerdings nicht, um dort den kompletten Marathon zu laufen, die im Rahmenprogramm des Marathons angebotenen zehn Kilometer sollten mir als Wettkampfherausforderung reichen. Vom Thema Marathon hatte ich nach Berlin noch ziemlich die Schnauze voll und den Zieleinlauf im historischen Olympiastadion gibt es in Athen schließlich für die Läufer auf allen Distanzen. Auch wenn Athen gleich von mehreren Lauf-Reiseveranstaltern angeboten wird, lohnt es sich die Reise selbst zu organisieren, denn hier kann man gutes Geld sparen. So konnte ich den Flug mit Lufthansa von Düsseldorf über München nach Athen schon für 168,- EUR bekommen, das Hotelzimmer im Stadtzentrum, nur zwei U-Bahnstationen von Start und Ziel entfernt schlug bei drei Übernachtungen mit Frühstück mit insgesamt 90,- EUR zu Buche. Richtig tief muss man dagegen beim Startgeld in die Tasche greifen. Während 80,- EUR für den Marathon noch so eben im Rahmen des Üblichen liegen, sind 75,- EUR für die zehn Kilometer mit Wegelagerei wohl noch sehr wohlwollend umschrieben. Dagegen ist Golf spielen ja geradezu ein Schnäppchen. Vor dem Rennen Sportliche Qualitäten muss ich schon auf der Hinreise unter Beweis stellen, denn mit über einer halben Stunde Verspätung komme ich aus Düsseldorf in München an. Eigentlich ist so der Anschlussflug damit nicht mehr zu kriegen, schließlich muss ich noch einmal quer durch das ganze Terminal, aber ich schaffe es doch noch auf den allerletzten Drücker. Zweifel habe ich dagegen, ob es mein Gepäck ebenfalls rechtzeitig in den Flieger geschafft hat. Gut, dass die Laufschuhe im Handgepäck sind. Meine Befürchtungen erweisen sich aber als unbegründet, als einer der ersten kann ich in Athen meine Tasche vom Gepäckband nehmen. In der Ankunftshalle des Flughafens ist ein Welcome Desk des Marathonveranstalters aufgebaut. Hier bekommt man das im Startgeld enthaltene Ticket, mit dem man am Marathon-Wochenende die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen kann. Klasse, so kann man gleich losfahren, ohne dass man sich mit dem Tarifsystem oder der Bedienung der Fahrkartenautomaten beschäftigen muss.
Nach dem Einchecken im Hotel nutze ich den Rest des Tages zum Sightseeing
mit Besuch des Olympiastadions und zum Bummel durch die Shoppingmeile der
Stadt. Auch abends bleiben die Temperaturen sehr angenehm mit gut 20 Grad. |
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| Das historische Olympiastadion von 1896 bei Nacht | |||||||||
| Als Tourist durch Athen
Den Samstag nutze ich, um meine Startnummer abzuholen, anschließend
mache ich mich auf den Weg, die griechische Hauptstadt als Tourist zu erkunden.
Schließlich gibt es hier eine Menge zu entdecken und zu fotografieren.
Den geplanten Besuch der Akropolis verschiebe ich um einen Tag, denn
schließlich kommt man Sonntags gratis rein, während man in der
restlichen Woche 12 Euro zahlen muss. Auch das antike Olympiastadion schaue
ich mir auch noch mal bei Tageslicht an |
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| Passend zur historischen Kulisse das T-Shirt mit dem Pegasus-Motiv aus der griechischen Mythologie | |||||||||
| Eine Pasta-Party gibt es in Athen nicht, aber auf der Marathonmesse finde ich Gutscheine für's Hard Rock Cafe. Dort bekommt man dafür für gerade mal fünf Euro in stilvollem Ambiente eine richtig leckere Portion Pasta, samt Brot und Mineralwasser. Echt klasse, wenn man bedenkt, dass man z.B. in Berlin auf der Marathonmesse für vier Euro nach endlosem Schlangestehen nur einen Plastiknapf mit undefinierbarer Pampe kriegt. Gut, dass ich mir gleich zwei Gutscheine eingesteckt habe, so ist gleich auch schon mein Abendessen für Sonntag gesichert.
Das Rennen Es ist Sonntagmorgen und das schöne Wetter der letzten Tage ist Geschichte. Ausgerechnet am Wettkampftag regnet es. Immerhin sind die Temperaturen immer noch angenehm und es ist fast windstill. Vor dem Start suche ich mir erst einmal ein trockenes Plätzchen und beschränke mein Einlaufprogramm auf ein Minimum. Die Kleiderabgabe ist perfekt orgnisiert, aber bei einem lauf mit IAAF-Silver Label kann man sowas ja eigentlich schon voraussetzen. Auch der Start geht sehr diszipliniert von statten, keine Spur von südländischen Chaos.
Die Taktik für das Rennen ist durchaus diffizil. Immerhin geht es die
ersten fünf Kilometer bergauf. Es gilt also die Kräfte sinnvoll
einzuteilen, um auf der zweiten Hälfte nochmal Gas geben zu können.
Nach 4:10 Minuten passiere ich den ersten Kilometer und habe damit die ersten
7,50 Euro meines Startgeldes verbraucht, nach 22:16 Minuten erreiche ich
die Fünf-Kilometer-Marke. Ab da geht es dann auf der gleichen Strecke
wieder zurück in Richtung Olympiastadion. Nach 42:57 Minuten erreiche
ich auf den Spuren von Spiridon Loius und Stefano Baldini das Ziel. Meine
erhoffte Platzierung unter den ersten 100 verpasse ich auf Platz 104 knapp,
bin aber immerhin schnellster Deutscher. |
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| Zieleinlauf im Olympiastadion | |||||||||
| Nach dem Lauf
Nach meinem Rennen schaue ich mir den Zieleinlauf des Marathonlaufes an,
anschließend nutze ich den Rest des Tages zum Sightseeing. Immerhin
hat sich das Wetter wieder deutlich verbessert, so dass ich auch auch auf
der Akropolis einige schöne Fotos machen kann. |
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| Mit Medaille vor der Akropolis | |||||||||
| Den Montag vor meiner Abreise nutze ich noch einmal zum Shopping. Ich kann einige günstige CDs erstehen, unter anderem von DJ Tiesto, jenem DJ, der 2004 bei den olympischen Spielen in Athen zum Einmarsch der Athleten aufgelegt hatte. Eigentlich wollte ich ja auch noch einen Ausflug nach Marathon machen, aber weder vorab im Internet, noch vor Ort war herauszubekommen, wie man diesen Ort von Athen aus mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen kann. Aber so habe ich wenigstens noch eine Aufgabe für meinen nächsten Besuch. Fazit Sowohl die Stadt, als auch der Lauf lohnen einen Besuch in Athen. Das Rennen ist organisatorisch auf internationalem Top-Niveau (ab 2010 IAAF Gold Label), allerdings sind die Strecken aufgrund der Profilierung nicht für schnelle Zeiten geeignet. Wer 2010 dabei sein will, der sollte sich recht frühzeitig um die Reisevorbereitumg kümmern, denn aufgrund des Jubiläums könnte es ziemlich voll werden. |
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